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BARF heißt ausgeschrieben Biologische Artgerechte, Rohe, Fütterung

Wir haben euch ein paar Beiträge zur Fütterung von Hunden mit Wild versprochen, denn nichts ist naheliegender als den eigenen Jagdhund mit den Überbleibseln des erlegten Wildes zu versorgen oder die Abschnitte und inneren Organe an andere Hundebesitzer weiter zu geben. Auch das gehört zu #fromnosetotail

Zum Start möchten wir zwei Hundeernährungs-Theorien mit rohem Fleisch kurz erklären, denn egal ob für den eigenen Hund oder für die Abgabe der Produkte an andere Hundebessitzer wird man unausweichlich über verschiedene, zum Teil missionarisch verfochtene Futter-Methoden stolpern, wenn man über den Trockenfutternapfrand hinaus schaut… und wer denkt Veganer sind krass im diskutieren, der sollte einmal mit einem überzeugten BARFer über Frolic sprechen

Wir erheben bei unseren Beiträgen überhaupt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und empfehlen bei militantem Umsetzen solcher Methoden, insbesondere bei Junghunden und Zuchthündinnen, eine individuelle Rationsberechnung durch ein kompetentes Institut für Tierernährung (z.B. Nutrivet , Institut für Tierernährung, Vetsuisse) !

BARFen heißt ausgeschrieben B_iologisch A_rtgerechte, R_oh F_ütterung. Dabei orientiert man sich am Wolf und setzt die Rationen zusammen aus ca. 40% Fleisch mit etwas Fett, 16 % Pansen, 12 % gemischten Innereien (1/3 davon Leber, 2/3 zusammengesetzt aus restlichen Innereien wie Nieren, Milz, Lunge und Herz) und 12 % fleischige Knochen (½ Knochen, ½ Fleisch), so kommt man zusammen auf 80% tierische Produkte in der Ration. Die verbleibenden 20% sollen pflanzlich sein und bestehen aus 3/4 püriertem Gemüse und 1/4 püriertem Obst Zugesetzt werden dieser Ration noch abwechselnd Fischöl, Leinöl, Eier, Seealgen oder Lebertran für Omega-3-Fettsäuren und andere Nährstoffe.

Die noch extremere Form ist das Preyer, vom Begriff Prey = Beutetier, wo komplette Beutetiere, wie ganze Kaninchen, Hühner etc. verfüttert werden, bzw. wenn ein größeres Beutetier wie ein Reh verfüttert wird, wird alles an diesem Reh aufgeteilt als mehrere Tagesrationen, aber am Schluss soll der Hund auch das Fell, die Knochen, das Blut und die Organe mit verputzt haben. Wird beim Preyen ein Beutetier aus einem größeren Tier „nachgebaut“ in der Rationsgestaltung, nennt sich das Ganze „Frankenprey“ (von Dr. Frankenstein) und man muss sich dann wiederum mit den Verhältnissen von Muskeln, Knochen und inneren Organen befassen. Im Unterschied zum BARFen wird beim Preyen kein Gemüse oder Obst zu gefüttert, sondern der Hund bekommt grünen (ungereinigten) Pansen und hat die Möglichkeit Gras, Beeren, Schafköttel etc. zu fressen oder an Wurzeln zu nagen. Alles ist also noch mehr dem Wolf nach empfunden.

Bei beiden Methoden wird der Darm nicht verfüttert; auch der Wolf lässt ihn in der Regel liegen. Diskussion besteht bei den tragenden Röhrenknochen (Beinknochen) größerer Tiere, da diese zu Mikrorissen in den Zähnen der Hunde führen könnten. Knochen sollten immer nur roh, niemals gekocht angeboten werden und reichlich Fleisch dran haben. Da wir Jäger von Hand ausbeinen (keine Maschine für Separatorenfleisch), produzieren wir zwangsläufig fleischreiche Knochen und viele Roh-Fütterer freuen sich über diese Knochen, Häupter und Läufe von Reh, Hirsch, Feldhase etc. für ihre Hunde.

In den kommenden Tagen werden wir dann detaillierter auf verschiedene Wildarten, Organe und Krankheiten eingehen, die Probleme bereiten könnten. Wenn ihr konkrete Fragen habt, könnt ihr sie gerne jederzeit in die Kommentare unter jeden Beitrag schreiben.



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